26.06. – Weltdrogentag

veröffentlicht am 21.06.2023

BZgA sensibilisiert Jugendliche für Folgen des Konsums von Cannabis

Jugendliche sind durch den Konsum von Cannabis deutlich gefährdeter als Erwachsene. Darauf weisen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen anlässlich des Weltdrogentags am 26. Juni 2023 hin.

Der Grund für die erhöhte Gefährdung der Jüngeren: In der Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter finden im Gehirn wichtige Reifungs- und Umbauprozesse statt, die durch den Konsum von Cannabis massiv beeinträchtigt werden können – so kann es vermehrt zu Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen und Psychosen kommen.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert: „Allen muss klar sein: Drogen und andere psychoaktive Stoffe gehören nicht in die Hände von Kindern oder Jugend-lichen! Das gilt für Cannabis, aber natürlich auch für Alkohol, Tabak und E-Zigaretten. Gerade für Jüngere ist das alles massiv gesundheitsschädlich. Wir müssen mehr tun, damit Jugendliche gar nicht erst zu Cannabis, Alkohol und Co. greifen. Es geht nicht ums Verteufeln. Aber wir müssen raus aus der Tabuzone und endlich offen und ehrlich mit ihnen darüber reden, was Drogen und Sucht bedeuten und ob man sie wirklich für sein Glück braucht. Und dafür brauchen wir dringend mehr gezielte und passgenaue Maßnahmen der Prävention, aber auch mehr Gesundheits- und Risikokompetenz. Ich weiß, wie viel wir heute den Schulen abverlangen, aber ohne strukturierte Suchtprävention und eine konsequente Vermittlung in Hilfe, wenn Probleme auftreten, geht es nun mal nicht.“

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „BZgA-Studiendaten belegen, dass neun Prozent der Jugendlichen bundesweit schon einmal Cannabis ausprobiert haben. Bei jungen Erwachsenen hat bereits die Hälfte der Befragten Erfahrung mit dem Konsum von Cannabis. Die Zahlen sind besorgniserregend, denn je früher Cannabis konsumiert wird, desto riskanter. Deshalb sensibilisieren wir mit unseren Präventionsangeboten gezielt junge Menschen für die Folgen des Cannabiskonsums. Dabei setzen wir auf altersgerechte und lebenswelt-bezogene Aufklärungs- und Kommunikationsangebote in Schulen, online und in sozialen Netzwerken. Mit unseren Informationsangeboten unterstützen wir zudem Eltern und Lehrkräfte. Darüber hinaus bietet die BZgA kostenfreie Beratungsangebote.“

Der Anteil der 18- bis 25-Jährigen, die schon einmal Cannabis konsumiert haben, lag im Jahr 2021 bei 50,8 Prozent und bei 12- bis 17-Jährigen bei 9,3 Prozent. Die BZgA untersucht regelmäßig mit Repräsentativbefragungen den Substanzkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener von 12 bis 25 Jahren bundesweit.

Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern informiert die BZgA zu den mit dem Konsum von Cannabis verbundenen Risiken auf www.cannabispraevention.de. Das BZgA-Internetportal www.drugcom.de bietet aktuelle und wissenschaftlich fundierte Informationen der Cannabisprävention für junge Menschen sowie für Fachkräfte und schon drogenaffine junge Menschen. Mit einem Online-Selbsttest „Cannabis-Check“ kann der eigene Umgang überprüft werden. Das Online-Verhaltensänderung-sprogramm „Quit the shit“ unterstützt individuell und persönlich bei der Konsumreduzierung. Es kann kostenfrei und anonym genutzt werden und hat in verschiedenen Studien seine Wirksamkeit bestätigt.

Das Beratungstelefon der BZgA zur Suchtvorbeugung bietet persönliche Beratung und informiert über Hilfs- und Beratungsangebote vor Ort. Es ist erreichbar unter 0221 89 20 31 von Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr zum Preis entsprechend der Preisliste des Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz.

Der Studienbericht der BZgA-Repräsentativbefragung Alkoholsurvey 2021 zum Substanzkonsum junger Menschen steht zum Download unter: www.bzga.de/forschung/studien/abgeschlossene-studien/studien-ab-1997/suchtpraevention/

BZgA-Informationsangebote der Cannabisprävention:   Online-Portal für Jugendliche, Fach- und Lehrkräfte sowie Eltern: www.cannabispraevention.de

Online-Portal für junge Erwachsene, Fach- und Lehrkräfte sowie Eltern: www.drugcom.de

Individualisiertes Verhaltensänderungsprogramm „Quit the Shit“: www.quit-the-shit.net

Social Media Informationen für Jugendliche und junge Erwachsene: www.instagram.com/cannabispraevention.de/

Informationsbroschüre für Eltern zum Cannabiskonsum im Jugendalter: „Elterninfo Cannabis“

Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte: „Cannabis – Materialien für die Suchtprävention in den Klassen 8–12“; „Der Cannabis Case. Alles was Du wissen solltest – Begleitheft mit DVD“

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 21.06.2023.

Saskia Engelhardt

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