Frauen und Alkohol

veröffentlicht am 27.01.2020

Noch vor einigen Jahren dachte man bei Alkoholmissbrauch an männliche Stammgäste in einer Eckkneipe, Arbeiter auf dem Bau oder Obdachlose. Aber stimmt dieses Bild überhaupt?

Alkoholabhängigkeit ist weit vielfältiger. Zwar sind Männer häufiger betroffen, aber die Statistiken zeigen, dass Frauen aufholen – vorallem junge Frauen. Dass Alkoholsucht auch eher bei ärmeren Menschen vorkommt, ist ebenfalls ein Vorurteil. Alkoholkrankeit geht durch alle Schichten. Und so sagen die Studien auch, dass am deutlichsten der Alkoholkonsum von Frauen in reichen Ländern gestiegen ist. Deutschland liegt bei dem neusten Ranking von 2017 auf Platz fünf.  Eine weitetre Erkenntnis: Je weiter die Gleichstellung in einem Land, desto mehr trinken Frauen.

Gründe für den Alkoholkonsum bei Frauen

Frauen sind heute berufstätig und bekommen dadurch mehr Trinkgelegenheiten, z.B. bei Firmenfeiern oder beim Anstoßen auf erfolgreiche Projektabschlüsse. Die Doppelbelastung von Familie und Beruf führt bei einigen zu einem höheren Stressniveau. In der Eigenwahrnehmung ist das Stresslevel in den letzten Jahrzehnten in vielen Ländern gestiegen, gerade bei Frauen. Alkohol gilt da als ein hilfreiches Mittel beim Abbau von Stress.
Es ist kein Tabu mehr wie früher, dass Frauen trinken – auch nicht, wenn sie dies in der Öffentlichkeit tun. Und weil Frauen nun Alkohol trinken „dürfen“ werden sie auch von der Alkoholindustrie als Kundinnen gesehen, sodass Werbekampagnen durchgeführt werden, die sich expliziet an die weibliche Zielgruppe richtet. Die subjekte Wirkung von Alkohol als Stress- und Angstlöser wird durch die Werbung verstärkt.
Das Ausgleichen von Unsicherheiten in sozialen Situationen ist einer der wichtigsten Motive, warum Menschen Alkohol konsumieren. Das gilt für Frauen wie für Männer. Aber in unserer Gesellschaft gibt es immer noch Situationen, in denen sich Frauen mehr beweisen müssen und es für sie schwieriger ist. Auch hier spüren sie, dass Alkohol helfen kann, Hemmungen, Unsicherheiten und Ängste abzubauen und es leichter fällt, in Kontakt zu kommen.

Problem: Wenn Frauen alkoholkrank werden, wird sie noch stärker stigmatisiert, als suchtkranke Männer. Sie gilt als besonders charakterschwach. Viele trauen sich dann lange nicht, sich zunächst ihre Sucht einzugestehen und dann Hilfe z.B. in einer Beratungsstelle zu suchen.

Unsere Angebote für Frauen

Weil es einigen Frauen schwer fällt, mit Männern über ihre Probleme zu sprechen, bietet die Suchthilfe Aachen eine Orientirungsgruppe und eine Gruppe für die Ambulante Therape nur für Frauen an. Hier arbeiten erfahrene Therapeutinnen mit den Klientinnen.

Weitere Informationen:

  • https://www.kenn-dein-limit.de/ mit Informationen und Selbsttest
  • Sucht- und Drogenhotline 01805/313031
  • Zum Weiterlesen: Psychologie Heute; Dezember 2019

 

Ulrike Heuft

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