Diginautis

Schon vor Corona zeigten Studien, dass bereits 20% der 7-Jährigen ein eigenes Smartphone besitzen (Bitkom). Drei von vier Kindern (75%) haben ab 10 Jahren ihr eigenes Gerät. 75% der Grundschulkinder in der 4. Klasse zählen als regelmäßige Internetnutzer. Fast alle Kinder im Grundschulalter sind mehrmals pro Woche im Internet. Das zeigt, dass nicht erst ab dem Jugendalter, sondern bereits immer früher der Konsum digitaler Medien interessant ist und Maßnahmen der Suchtprävention in der Grundschule, vor dem Übergang zur weiterführenden Schule, relevant werden.

Gleichzeitig sorgen sich Eltern, Schulsozialarbeiter und Lehrer und haben häufig wenige Ideen und Vereinbarungen, wie Kinder und Jugendliche einen souveränen (d.h. maßvollen und zielgerichteten) und damit gesunden Medienkonsum erlernen können:

  • Welche digitalen Medien sind angemessen für Kinder und Jugendliche?
  • Wie sieht ein maßvoller, souveräner Umgang mit digitalen Medien aus?
  • Was sind Schutzfaktoren, um einem riskanten Nutzungsverhalten vorzubeugen?
  • Wie können Eltern und Lehrer Kinder/Jugendliche in der medialen Welt begleiten?

Homeschooling, das Wegfallen von Hobbies und gewohnten Strukturen sowie ein von Langeweile geprägter Alltag sorgten während der Corona-Pandemie nochmal verstärkt dazu, dass das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen drastisch gestiegen ist. Gaming und soziale Medien werden vor allem genutzt, um Langeweile zu bekämpfen oder soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Rund ein Drittel der Jungen und Mädchen will laut DAK-Studie „Mediensucht 2020 – Gaming und Social Media in Zeiten von Corona“ online aber auch der „Realität entfliehen“ oder Stress abbauen.

Viele Eltern waren (und sind es noch) mit dem digitalen Schub in den Schulen und ihren unbeschäftigten Kindern zu Hause – bei gleichzeitiger Arbeit im Homeoffice – überfordert. Die Konsequenz: Laut DAK-Studie geben 50% der Eltern an, dass es in ihrer Familie vor und verstärkt seit der durch das Coronavirus verursachten Pandemie keine zeitlichen Regeln für die Mediennutzung gibt. Kinder werden häufig mit Medien alleine gelassen und evtl. Absprachen zum Medienkonsum nicht oder nicht konsequent eingehalten, was das Erlernen eines souveränen, gesunden Umgangs mit Medien erschwert. Nun, wo Schule wieder stattfindet und viele Lockerungen eingetreten sind, kommen viele Kinder und Jugendliche nicht zurück in ihren Alltag vor Corona. Sie verharren in ihrem zum Teil exzessiven Medienverhalten. Eine gesunde Balance zum Thema Medien wird in vielen Familien nicht entwickelt, bzw. nicht wiederhergestellt. Deshalb sehen wir gerade jetzt die Notwendigkeit, Maßnahmen der Mediensuchtprävention für Kinder und Jugendliche durchzuführen, ihre Eltern zu fördern und zu unterstützen und eng mit Multiplikatoren zu kooperieren.

Zu diesem Zweck bieten wir vielfältige Angebote mit dem Schwerpunkt exzessive Mediennutzung an:

  • digitale Elternabende für Eltern, deren Kinder die weiterführende Schule besuchen zum Thema „Generation Smartphone – zwischen Medienkompetenz und Mediensucht“
  • digitale Lesung „Mein fremdes Kind – Wie wir die Computerspielsucht unseres Sohnes überwanden. Über Vertrauen und Wege aus der Abhängigkeit.“ mit Ulrike Wolpers
  • Methodenkoffer-Schulung „What´s on“ für Multiplikatoren
  • digitaler Elternabend für Eltern, deren Kinder die Grundschule besuchen zum Thema „click kids – zwischen Medienkompetenz und Mediensucht“
  • Fachtag zum Thema „exzessive Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen“

Einige neue Maßnahmen entwickeln wir gerade – wie unser neues Projekt „Diginautis“, zu dem Sie demnächst hier mehr erfahren.

 

Das sagen andere

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Yvonne Michel

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Yvonne Michel

Einrichtungsleitung, Fachkraft für betriebliche Suchtprävention

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