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Glücksspiel & Onlinesucht

Geschichte eines Betroffenen

Meine Beweggründe die ambulante Therapie für die Spielsucht zu beantragen und zu besuchen lagen darin, dass ich schon über 20 Jahre spielsüchtig bin.

Früher dachte ich immer, dass ich nur zum Vergnügen spiele, zum Zeitvertreib oder auch um Probleme mal zu vergessen. Doch irgendwann merkte ich, dass ich spielen musste. Ich suchte mir Gründe, um in die Spielotheken zu kommen. Ich verlor dabei mein soziales Umfeld. Meine Ehe ging in die Brüche und es ging nur noch bergab. Schulden, Einsamkeit und spielen, spielen, spielen? und Lügen – das war meine Welt. Als ich keinen Ausweg mehr sah und finanziell fast ruiniert war, habe ich mich „geoutet“.

Es ging so nicht mehr weiter, sodass ich immer häufiger über einen Suizid nachdachte. Als erstes sprach ich mit meiner Familie. Sie sollten mir – egal was sein sollte – kein Geld mehr geben, da ich Spieler sei. Ich traf auf Missverständnis und Unverständnis. Aber je mehr ich davon erzählte, umso mehr begriffen sie, dass ich süchtig bin. Danach erzählte ich es meinem Arbeitgeber, der mir finanziell sowie menschlich half.

Aber was nützte das Ganze? Ich musste mir selbst helfen. Also ging ich zur Suchtberatung und beantragte die ambulante Therapie. Dort traf ich Gleichgesinnte, mit denen ich nun meinen Weg aus der Sucht suche. So langsam bekomme ich mein Leben wieder in den Griff, denn ich merke, es gibt auch etwas anderes im Leben außer dem Spielen. 
(Spieler, 43 Jahre)

Der Fachverband Glücksspielsucht e.V. hat mit Unterstützung des BKK Dachverbandes den Film „Gesicht zeigen“ zum Thema Glücksspielsucht und Selbsthilfe produziert.