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#spielfrei_tag – Suchthilfe Aachen beteiligt sich am bundesweiten „Aktionstag Glücksspielsucht“

Anlässlich des deutschlandweiten „Aktionstag Glückspielsucht“ am Mittwoch, den 25. September 2019 beteiligt sich die Suchthilfe Aachen mit einem Infostand in der Aachener Innenstadt. Zwischen 12.30 und 17 Uhr informieren Berater der Fachstelle Glücksspielsucht am Holzgraben Passanten und Interessierte über die Erkrankung pathologisches Glücksspiel, mögliche Folgen für Betroffene und Angehörige sowie über Hilfsmöglichkeiten.

Glücksspiel – Online und offline
Rund 500.000 Menschen in Deutschland haben Probleme mit übermäßigem Glücksspielen. Dabei bezieht sich das Phänomen nicht mehr nur auf Spielautomaten, Roulette oder Poker in der Offline-Welt, sondern verlagert sich mehr und mehr auch ins Internet. „Zuletzt ist die Anzahl Betroffener in unserer Einrichtung gestiegen, die das Glücksspiel hauptsächlich online betreiben, dabei ihr gesamtes Erspartes verspielen und Schulden machen“, erklärt Matthias Soppe, Mitarbeiter der Suchthilfe Aachen.

Online-Spiel birgt Suchtgefahren
Unabhängig davon, ob Glücksspiel online oder offline gespielt wird, besteht eine Suchtgefahr bei beiden Spielformen. Nicht jeder, der diese Angebote nutzt, ist glücksspielsüchtig. Dennoch stellt gerade das Online-Glücksspiel eine große Gefahr für gefährdete Spieler dar, da sie an jedem Ort und zu jeder Zeit genutzt werden können. Das problematische Spielen kann leichter verheimlicht werden. Meist erfahren Angehörige erst über die Spielschulden von der Sucht.

Beratung und Behandlung
Für pathologisches Glücksspiel, so der Fachbegriff für Glücksspielsucht, hält die Suchthilfe Aachen Beratungs- und Behandlungsangebote in der Suchtberatung, Hermannstraße 14 in Aachen bereit. Betroffene und Angehörige können sich im Rahmen der offenen Sprechstunden zweimal wöchentlich informieren. „Auch Menschen, die sich unsicher sind, können sich gerne an uns wenden. In den Sprechzeiten schauen wir gemeinsam, ob eine Sucht vorliegt oder ob die Gefahr besteht, dass sich eine entwickelt. Daneben stellen wir unsere Angebote im Bereich der Beratung, Förderung der Motivation und ambulanten Therapie vor. Bei Bedarf können wir auch in stationäre Einrichtungen vermitteln“, teilt Mascha Bothur mit, die bei der Suchthilfe therapeutisch mit Betroffenen arbeitet. Die offenen Sprechstunden finden montags von 9 bis 11 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 18 Uhr statt. Die Hilfe ist kostenlos, die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Online-Glücksspiel in der rechtlichen Grauzone
Online-Glücksspiel ist in Deutschland seit 2012 verboten. Das besagt der Glücksspiel- Staatsvertrag. Doch von einem Verbot merken Spieler wenig. Im Gegenteil: Über 400 deutschsprachige Online-Glücksspielseiten gibt es. Alle drei Tage entsteht ein neues Casino im Netz.

Woran das liegt, weiß Matthias Soppe: „Online-Glücksspiel befindet sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone. Anbieter müssen eigentliche eine in Deutschland gültige Lizenz aufweisen. Diese Lizenzen besitzen sie meist nicht, jedoch solche aus anderen EU-Ländern, wie z.B. Malta oder Gibraltar. Laut EU-Recht befinden sich die Anbieter deshalb im legalen Bereich, laut deutschem Recht nicht.“ Durch das Internet lässt sich Online-Glücksspiel in der Konsequenz auch in Deutschland problemlos betreiben.

veröffentlicht am 16. September 2019

Autor: Yvonne Michel

Kategorie(n): Presseinformation

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