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Wissenswertes über Crystal

Immer wieder werden wir – gerade von besorgten Eltern – nach der „neuen Horrordroge“ Crystal gefragt. Wir finden, es ist Zeit, auch hier mal über einige Informationen zu Crystal zu schreiben:

Neu ist Crystal nicht. Bereits 1938 kam Crystal durch die Berliner Temmler-Werke auf den Markt. Allerdings unter dem Namen Pervitin. Es wurde als Wachhaltemittel unter anderem an Soldaten der Wehrmacht abgegeben. Für diese war es die „ideale Droge“, denn das Methamphetamin machte müde Piloten wach und munter und konnte die gesamte Truppe euphorisieren. Unter den Soldaten war die Droge als „Panzerschokolade“ bekannt. Leider wurde sie nicht ausreichend getestet, sodass die Risiken und Nebenwirkungen erst an den Soldaten erkannt wurden: Abhängigkeit, Schweißausbrüche, Schwindel, Depressionen, Wahnvorstellungen. Einige starben an Herzversagen, andere erschossen sich in ihren Psychosen selbst. Als Warnhinweis auf der Packung stand lediglich: „Wachhaltemittel. Einzunehmen um Schlaflosigkeit zu erhalten, aber nur von Fall zu Fall.“

Auch nach dem Krieg blieb Pervitin auf dem Schwarzmarkt leicht erhältlich. Die Droge wurde von Ärzten als Appetitzügler oder Stimmungsaufheller bei Depression verschrieben. Studenten (vorallem Mediziner) griffen auf die Droge zurück, um besser und schneller Lernen zu können. Und Sportler förderten ihre Leistungsfähigkeit und senkten ihr Schmerzempfinden mit Pervitin. Erst in den Siebzigern verabschiedete sich die Bundeswehr von dem Präparat, die NVA sogar erst 1988.

In den Siebzigern wurde die Droge in Amerika durch Motorradgangs wie den Hells Angels als Crystal Meth publik gemacht. Methamphetamin wurde nicht mehr als Pulver in Tablettenform gepresst und konsumiert, sondern nun als Kristalle hergestellt. Die Art der Herstellung blieb für viele ein Rätsel, bis ein Chemiker Mitte der Achtziger ein Drogenkochbuch mit den genauen Rezeptangaben auf den Markt brachte. Hier beschrieb er, wie man aus legalen Mitteln (Hustenmedizin, Abflussreiniger, Batteriesäure, Frostschutzmittel…) durch eine chemische Reaktion Crystal herstellen kann. Von nun an wurde die Droge zu Hauf in illegalen Drogenküchen hergestellt. Die Anzahl der Privatlabore ist in Amerkia extrem gestiegen: 2010 wurden 11.000 Meth-Küchen entdeckt.

Der Markt in Deutschland wird eher aus Tschechien gespeist. Daher sind auch vorallem die angrenzenden deutschen Gebiete betroffen. In Aachen spielt Crystal – zumindest noch – keine Rolle. Die Droge wird geschnupft, geraucht, gegessen oder gespritzt. Die Nebenwirkungen sind gravierend: Das Immunsystem wird geschwächt, es wuchern Ekzeme auf der Haut, Haare fallen aus, die Schleimhäute zersetzen sich, Zähne fallen aus, es kommt zu Herz-, Nieren- und Magenstörungen.

Weitere interessante Informationen finden Sie auf der Seite von drugcom.

Quelle: http://einestages.spiegel.de/s/tb/28487/von-pervitin-bis-breaking-bad-die-karriere-der-droge-crystal-meth.html

veröffentlicht am 22. Juli 2013

Autor: Yvonne Michel

Kategorie(n): Info

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