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Essstörungen: Ein Thema für Frauen UND Männer

Schönheitsideale sind längst keine Frauensache mehr: Neben der schlanken, langhaarigen,  jungen Frau steht ein durchtrainierter, großer, strahlender, junger Mann. Diese Bilder sind gesellschaftlich ‚abgesegnet‘ und werden durch die Medien aufgegriffen. Um das Ziel – den „Traumbody“- zu erreichen, tun manche Männer alles und geraten in eine Ess- und Verhaltensstörung. Neben dem harten Training ist hungern keinen Seltenheit. Reicht das subjektiv gesehen nicht, greifen sie zu Nahrungsergänzungsmitteln. Auch Substanzen wie Koffein, Anabolika oder Kokain werden dazu missbraucht, mehr Muskelmasse aufzubauen oder die Leistungsfähigkeit zu steigern. Dass sie dabei aber ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, wird ignoriert.

Grund für dieses Verhalten kann ein verzerrtes Selbstbild – eine Körperschemastörung – sein. Wie eine Magersüchtige glaubt, sie sei trotz Untergewicht immer noch viel zu dick, glauben betroffene Muskelsüchtige, sie seien trotz muskulösem Körperbau zu schmächtig.

Neben dem psychischen Druck und den daraus resultierenden Folgen, können Wege zum Traumkörper in Abwege führen: Scheinbar ‚harmlos‘ ist die Umstellung der Ernährung. „Jungs, die viel Sport machen, die Muskeln aufbauen wollen, brauchen viel Eiweiß,“ heißt es. Die Mengen an Eiweiß, die in Sportlerkreisen empfohlen werden, lassen sich aber kaum über eine ausgewogne Ernährung erreichen. Hier kommen Nahrungsergänzungsmittel in Spiel, die als ‚Zauber-Shakes‘ beworben werden. Die Bilder auf den Verpackungen sind vielversprechend. Sie schmecken lecker und sind leicht und schnell  zu verzehren. Was kann daran falsch sein?

Wenn der Teufelskreis beginnt
Immer mehr identifiziert sich ein Betroffener mit dem Training und der angeblich richtigen Ernährung. Es wird zum Ritual, gibt Rhythmus und Stabilität. Die Trainingspartner werden zu den wichtigsten Kontaktpersonen.  Wenn die Muskeln nicht so wachsen wie man es sich vorstellt, treten erste Enttäuschungen ein. Der Betroffene trainiert härter und öfter als bisher. Aus drei Tagen in der Woche werden erst vier, dann fünf. Ständig kreisen die Gedanken um die Muskeln, um die Ernährung und um das Training. Irgendwann verliert man das Gespür für sich selbst und seine Bedürfnisse. Gefühle werden völlig ausgeblendet, Erschöpfungszustände übersehen. Ein Muskelsüchtiger gerät in einen Teufelskreis, genau wie Magersüchtige, Alkoholiker und Heroinabhängige. Vielleicht schreckt auch auch nicht mehr davor zurück, verschiedene Substanzen zu sich zu nehmen, die entweder den Muskelaufbau weiter fördern oder die Leistungsfähigkeit steigern. Anfangs sind es Tricks wie Koffein vor dem Sport, später ist es womöglich ein Amphetamin, das die Traingsschmerzen nicht mehr fühlen lässt. Der Substanzmissbrauch birgt neben der vorhandenen Muskelsucht die Gefahr einer weiteren Abhängigkeit.

Folgen
Die Folgen sind vielfältig und hängen von den konsumierten Substanzen ab. Amphetamine zum Beispiel, können zu Herzrhythmusstörungen, Gefäßverengungen und zu einem totalen körperlichen Zusammenbruch führen, da Durst und Müdigkeit nicht wahrgenommen werden.
Anabolika, dass den Muskelaufbau und den Fettabbau fördert, hat noch weitere Folgen. Dazu gehören vor allem die Einschränkung der Fruchtbarkeit bis hin zur Unfruchtbarkeit, Akne und Störungen in den Organen. Auch können sie auf psychischer Ebene weitreichende Folgen haben. So können diese Steroide z.B. zu Aggressivität, aber auch zu Schlaflosigkeit führen. Depressionen und Halluzinationen sind möglich.

veröffentlicht am 6. Juni 2012

Autor: Yvonne Michel

Kategorie(n): Info

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