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Move – motivierende Gesprächsführung am Arbeitsplatz

Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Auch vor Unternehmen und Verwaltungen machen Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit, Essstörungen oder Spielsucht keinen Halt: Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) geht z.B. davon aus, dass ein Drittel der Heroin- und zwei Drittel der Cannabiskonsumenten einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Es gibt demnach etwa eine Million Cannabiskonsumenten am Arbeitsplatz. Vornehmlich sind dies junge Menschen. Rechnet man ferner repräsentative Untersuchungen zum Alkoholkonsum in Deutschland hoch, so sind in einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern 30 alkoholabhängig und weitere 50 trinken riskant. Den „suchtfreien Betrieb“ gibt es wahrscheinlich nicht. Aber welche Auswirkungen hat dies auf die Arbeitswelt?

Gespräche mit auffälligen Mitarbeitenden werden häufig zu spät geführt. Zu lang wird weggesehen – meist nicht aus bösem Willen, sondern weil

  • man sich nicht sicher ist, ob es tatsächlich um Substanzmissbrauch oder Abhängigkeit geht.
  • man nicht weiß, wie Gespräche erfolgreich geführt werden können.
  • weil man niemanden „auf den Schlips“ treten möchte.

Was viele nicht wissen: Werden Betroffene nicht auf ihren riskanten Konsum hingewiesen und angesprochen, verfestigt sich das Suchtverhalten eher. Krankheitsbedingte Ausfälle oder gar die Kündigung einer eigentlich wertvollen und geschätzten Arbeitskraft sind häufig die Folgen. Die Situation hätte nicht eskalieren müssen, wenn seitens der Führungsebene oder der Kollegen frühzeitig und kompetent reagiert worden wäre. Hier setzt die Fortbildung „MOVE– motivierende Gesprächsführung am Arbeitsplatz“ an:

  • Woran erkennt man einen möglichen Suchtmittelkonsum?
  • Wie können betriebliche Ansprechpartner und Führungskräfte reagieren?
  • Wie kann auf Ausflüchte der Betroffenen reagiert werden?
  • Wie können Betroffene motiviert werden, ihr Verhalten zu verändern, um gesund und wieder voll arbeitsfähig zu werden?

Dies sind nur einige der Fragen, die bei dem zweitägigen, evidenzbasierten Seminar bearbeitet werden. Im Fokus steht das Erlernen konkreter Gesprächsführungstechniken des motivational interviewing, die auch auf andere Konfliktsituationen im Betrieb übertragen werden können. Die Inhalte werden daher auch in Paar- und Kleingruppen praktisch umgesetzt, und nicht nur theoretisch vermittelt. Folgende Inhalte werden im Einzelnen behandelt:

  • Ausgangslage: Sucht und Drogen – ein Thema für Betriebe?!
  • „Das Rad der Veränderung“: Was bringt Menschen dazu, sich zu verändern?
  • Wie spreche ich betroffene Mitarbeiter/Kollegen an? –Grundlagen zur motivierenden Gesprächsführung
  • Einüben von konkreten Gesprächssituationen
  • Umgang mit Ambivalenzen
  • Empathie und förderliche Strategien
  • Umgang mit Widerständen und Störungen
  • Verbindlichkeiten stärken
  • Vorstellung des Suchthilfesystems

MOVE kann bei der Suchthilfe Aachen als Inhouse-Schulung gebucht werden. Ein offenes Seminar für alle Interessierte bietet die IHK Aachen im Rahmen der Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte“ an.

Termin:
06.-07.12.2011, jeweils von 9.00 – 16.30h
Veranstalter und Ort:
IHK Aachen, Theaterstr. 6-10, 52062 Aa-chen
Referenten:
Frank Schlaak (Move-Trainer, Fachstelle für Suchtvorbeugung Dortmund), Yvonne Michel (Move-Trainerin, Suchthilfe Aachen)
Anmeldung und Infos:
frank.finke {at} aachen.ihk(.)de
Kosten:
460,- €

veröffentlicht am 31. August 2011

Autor: Yvonne Michel

2 Kommentare

  1. Ulli Möller

    Ich wünsche Ihnen eine gut besuchte Fortbildung; Die Inhalte lesen sich ja ausgesprochen kompetent und informativ. Leider kann ich nicht teilnehmen. Viel Erfolg!

  2. Vielen Dank für die guten Erfolgswünsche. Wir werden hier sicher weiter von Move am Arbeitsplatz berichten!