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Jahreswechsel für Essgestörte ein Albtraum – Suchthilfe Aachen hilft Betroffenen aus Stadt und Kreis Aachen gerade in der Weihnachtszeit

Für viele ist die Weihnachtszeit eine Zeit der Versuchungen. Überall locken selbstgebackene Plätzchen, Printen, andere Süßigkeiten, Glühwein und herzhafte Speisen bei den Weihnachtsfeiern. Und an den Feiertagen wartet der große Festtagsschmaus. Was für viele der pure Genuss ist, ist für Essgestörte ein Albtraum. „Die Weihnachtszeit bedeutet für Menschen mit Essstörungen – meist sind es Mädchen und Frauen – Angst, Stress, Ekel und Einsamkeit“, erklärt Ruth Schwalbach von der Suchthilfe Aachen. Ihre Kollegin Doris Schindel ergänzt: „Der Druck wächst für Betroffene ins unermessliche, da sie einerseits dauernd mit verlockenden Leckereien konfrontiert sind, die ihre selbst auferlegten Essenspläne durcheinander bringen. Andererseits haben sie große Angst vor einer Gewichtszunahme.“

Die meisten der Leckereien stehen auf der selbst ernannten „schwarzen Liste“, die alle hochkalorischen Lebensmittel beinhaltet und für magersüchtige und bulimische Mädchen und Frauen verboten sind. Ständig Süßes vor Augen zu haben, ist für Essgestörte ein großer Stress. Die Angst vor einer Gewichtszunahme ist zu groß. Bulimie-Patientinnen geraten durch den Anblick der Verlockungen schnell in einen Sog von Fressen und Erbrechen. Oft sollen Abführmittel und extreme sportliche Anstrengungen die Folgen mildern. „Damit werden die gesundheitlichen Risiken aber nur noch verstärkt“, erläutern die Expertinnen.

Viele Frauen mit Essstörungen leiden unter einem starken Perfektionsdruck. Sie müssen absolut perfekt sein oder scheinbare persönliche Mängel ausgleichen. Das Schlankheitsideal erscheint als Weg zur Anerkennung und Erfolg. Bei Bulimie oder Magersucht entwickelt sich Schlankheit jedoch zum einzigen Maßstab für den Selbstwert. Die Gefahren werden unterschätzt: Bei 15 bis 20 Prozent endet die Magersucht durch Unterernährung und den Folgeschäden tödlich.

In der Hermannstr. 14 bietet die Suchthilfe in Trägerschaft von Caritas und Diakonie auch in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel eine Anlaufstelle speziell für Mädchen und Frauen mit Essstörungen aus Stadt und Kreis Aachen. Mit Beratungsgesprächen, Einzel- und Gruppentherapie versuchen Doris Schindel und Ruth Schwalbach den Betroffenen einen Ausweg aus der Krise zu zeigen.

Einsamkeit und Schweigen sind Faktoren, die die Krankheit oft verschlimmern. Die Scham, sich die Essstörung einzugestehen und Hilfe anzunehmen, bringt die Betroffenen dazu, sich von ihrem sozialen Umfeld zu isolieren. Eltern und Freunde wissen oft nicht, wie sie reagieren sollen. Die Suchthilfe bietet daher nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für Angehörige und Freunde eine Anlaufstelle für Information und Beratung. „Unser Grundsatz ist es, möglichst früh einzugreifen, bevor nur noch der Arzt und die Klinik helfen können“, betont Doris Schindel.

Informationen bei:
Suchtberatung der Suchthilfe Aachen, Doris Schindel und Ruth Schwalbach
Hermannstr. 14, 52062 Aachen
offenen Sprechzeiten: montags 11:00 – 13:00 Uhr, zusätzlich ab Januar 2009: 16.00 – 17.00h, Tel. 0241 / 41356-131, donnertags 13:30 -15:30 Uhr, Tel. 0241 / 41356-133
oder nach Terminabsprache
Informationen auch unter www.suchthilfe-aachen.de

veröffentlicht am 1. Dezember 2008

Autor: Yvonne Michel

Kategorie(n): Presseinformation

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