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Große Resonanz auf Fortbildung der Suchthilfe Aachen

„Das hätte auch ich sein können, der da im Therapiegespräch vor mir sitzt“, sagte Günter Mainusch, Chefarzt der AHG Klinik Dormagen, bei der Fortbildung „Wege aus der Sucht“ und traf damit den Kern der Veranstaltung: Sucht ist ein Thema, das alle angeht und bei jedem – egal welchen Alters und welcher Schicht – entstehen kann. „Auch Ärzte, Lehrer und Berater können abhängig werden, obwohl die es ja vielleicht besser wissen müssten“, ergänzt Mainusch.

Zu der Veranstaltung luden die Suchthilfe Aachen in Trägerschaft von Caritas und Diakonie gemeinsam mit dem Gesundheitsamt ein. Knapp 100 Ärzte, Berater, Therapeuten und Berufsbetreuer folgten der Einladung, um das qualifizierte Angebot für Suchtkranke in der Region Aachen kennen zu lernen. Günter Mainusch bereicherte das Programm mit aktuellen Erkenntnissen aus der Hirn- und Suchtforschung. Besonders hob er die Motivationsarbeit bei suchtkranken Menschen hervor. Motivationsunsicherheit – also das Schwanken zwischen den Vor- und Nachteilen des Konsums – sei ein Teil des Krankheitsbildes. Auch diesen Menschen müsse und könne geholfen werden. Die Idee, dass ein Klient erst am Boden sein müsse, bevor Hilfe fruchten könne, sei veraltet, so die Expertenmeinung. „Man wartet bei Menschen mit Angststörungen ja auch nicht mit der Behandlung, bis sie sich gar nicht mehr aus dem Haus trauen“, provozierte der Chefarzt.

„Veränderung ist immer ein Prozess, der in aufeinander folgenden Phasen verläuft“, erläuterte Gudrun Jelich, Geschäftsführerin der Suchthilfe, im Anschluss an die Vorträge von Günter Mainusch. „Für jede Phase gibt es bei uns passende Angebote wie z.B. unsere Motivationsgruppe. Hier wird mit den Betroffenen an ihrer Veränderungsbereitschaft und ihren Zielen gearbeitet.“ Ein Ziel kann die Abstinenz sein, die z.B. über eine ambulante oder stationäre Therapie stabilisiert wird. Letztendlich sei aber der Klient der Experte für seine Erkrankung, der bei der Suchthilfe selbst entscheiden könne, welche Wege aus der Sucht für ihn die besten seien.

Wolfgang Naber, Leiter des sozialpsychiatrischen Dienstes des Gesundheitsamtes, bedankte sich am Ende der Fortbildung für die positive Resonanz und den informativen Nachmittag. „Den Ruf nach Wiederholung einer solchen Zusammenkunft haben die Veranstalter gehört“, meinte er und versprach eine Fortführung im nächsten Jahr.

veröffentlicht am 17. November 2008

Autor: Yvonne Michel

Kategorie(n): Presseinformation

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