Danke an unsere Spender

Kategorien

Archiv

Aktuelles

Cannabisgruppe der Suchthilfe Aachen gibt Jugendlichen Hilfestellung beim Ausstieg aus der Abhängigkeit.

Die Suchthilfe Aachen in Trägerschaft von Caritas und Diakonie bietet in diesem Jahr noch einmal eine Cannabisgruppe für Jugendliche Konsumenten an. Es gibt bereits einige Anmeldungen, ab zehn verbindliche Anmeldungen geht es los. „In der Vergangenheit haben schon einige Jugendliche einen anderen Blick auf Drogen bekommen und ihr Konsumverhalten deutlich verändern können“, berichtet Peter Schlimpen, der als Therapeut die Cannabisgruppen leitet. „Einige von ihnen sind bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten und kommen aufgrund einer gerichtlichen Auflage in die Gruppe“, so Schlimpen. Aber immer öfter kommen die Jugendlichen auch freiwillig.

So zum Beispiel die 19-jährige Leonie. Bereits als Kind war sehr temperamentvoll und schnell aufbrausend. Die Medikamente, die ihr der Arzt verordnete, waren ihr zu stark und sie hat sie einfach abgesetzt. Irgendwann entdeckte Leonie, dass sie viel gelassener auf ihre Umwelt reagierte, sich nicht mehr so schnell über andere Leute aufregte, wenn sie Cannabis geraucht hatte. Sie fing an, regelmäßig zu konsumieren. Als sie kurz vor dem Abi stand merkte sie, dass ihr Kurzzeitgedächtnis immer schlechter wurde, sie sich nicht mehr auf die Schule konzentrieren konnte. Auch mit ihren Freunden und Eltern hatte sie immer wieder Stress, weil sie häufig stoned war.

Den Tipp mit der Cannabisgruppe bekam Leonie von einer Freundin. Hier traf sie an fünf Terminen mit anderen Jugendlichen zusammen, die ebenfalls ein Cannabisproblem haben. Themen der Gruppe sind zum Beispiel allgemeine Informationen über Cannabis, Amphetamine und Alkohol, Kriterien von Abhängigkeit und Führerscheinentzug aufgrund von Cannabismissbrauch. Aber auch positive und negative Lebensereignisse werden reflektiert und gemeinsam erarbeitet, welche Lebensziele man entwickeln kann, wobei der Austausch mit Gleichaltrigen hier besonders wichtig und hilfreich ist.

„Ich habe eine Menge über Gras-Rauchen erfahren und bin mir jetzt sicher, dass meine Gedächtnisschwierigkeiten mit der Kifferei zusammenhängen“, sagt Leonie. Außerdem hat sie in der Gruppe gesehen, wie antriebslos manche Kiffer werden können und darum beschlossen, den Konsum zu reduzieren, denn sie möchte unbedingt ein gutes Abi bauen.

Infos und Anmeldung
für die „Cannabis – Gruppe“ montags: 16 – 18:30 Uhr und donnerstags: 10 – 12 Uhr bei der Jugend- und Drogenberatung der Suchthilfe Aachen, Herzogstraße 4, Telefon: 0241/ 980 920

veröffentlicht am 6. November 2008

Autor: Marion Bergk

Kategorie(n): Presseinformation

Kommentieren