Danke an unsere Spender

Kategorien

Archiv

Aktuelles

Angebote zur Spielsucht über die Grenzen hinweg

Donnerstagnachmittag, Andreas aus der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens betritt die Suchtberatungsstelle in Aachen – so wie jede Woche. In fünf Minuten beginnt sein Therapiegespräch.

Andreas ist pathologischer Glücksspieler. Noch vor einem Jahr hat er täglich viele Stunden in der Spielhalle verbracht, seine Freunde vernachlässigt bis diese sich abgewendet haben und sich aufgrund seiner Spielsucht hoch verschuldet. „Ich habe die Kontrolle verloren und alles verspielt, was ich besaß oder was mir Freunde oder die Bank geliehen haben,“ erklärt er.

Seit 2007 bietet die Suchthilfe Aachen in Trägerschaft von Caritas und Diakonie die Möglichkeit der ambulanten Therapie zur Behandlung von Spielern aus der Euregio Maas-Rhein „Hier können Betroffene eine therapeutische Behandlung beginnen, ohne ihren Wohnort, ihren Arbeitsplatz und ihre Familie verlassen zu müssen“, erklärt Julia Voell, Suchttherapeutin bei der Suchthilfe Aachen. „Viele schaffen es auf diesem Wege, ihr Suchtverhalten zu verändern und Alternativen zum Glücksspiel zu erarbeiten. Dieses Angebot können auch Menschen aus der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien nutzen.“

So auch Andreas, dem es mit therapeutischer Hilfe gelang, sein Spielverhalten zu verändern und heute abstinent zu leben. „Irgendwann – ich konnte die Miete wieder einmal nicht bezahlen – habe ich verstanden, dass es so nicht weitergehen kann. Ich bin zu meinem belgischen Hausarzt gegangen und habe mit ihm eine ambulante therapeutische Behandlung beantragt. Diese wurde auch von meiner Krankenkasse bewilligt und vollständig finanziert.“

Während der ambulanten therapeutischen Behandlung der Spielsucht bei der Suchthilfe Aachen nehmen die Patienten regelmäßig an zwei therapeutischen Gesprächen in der Woche teil. Ziel ist es zu erkennen, in welchen belastenden Situationen das Spielen als Bewältigungsstrategie eingesetzt wird. Im Austausch mit dem Therapeuten und den Gruppenteilnehmern werden neue Lösungsstrategien erarbeitet. Die Betroffenen lernen, auch in Risikosituationen langfristig ohne das Spielen auszukommen. Der Austausch in der Therapiegruppe wird von den Teilnehmern als sehr entlastend und unterstützend empfunden, auch wenn es anfangs oft ungewohnt ist, sich vor Anderen zu öffnen.

Information und Beratung zu den Angeboten der Suchthilfe Aachen gibt es in den offenen Sprechzeiten der Suchtberatung, Hermannstr. 14: montags von 09:00 – 11:00 Uhr und donnerstags von 16:00 – 18:00 Uhr sowie nach Terminabsprache unter Telefon 41356- 128.

veröffentlicht am 6. November 2008

Autor: Yvonne Michel

Kategorie(n): Presseinformation

2 Kommentare

  1. matti

    hi,wollt mal fragen ob ihr auch hausbesuche macht,würde gern mal mit jemandem sprechen der ein bischen ahnung hat wie man kranken leuten die ständig ihr geld verzocken hilft.bin nämlich selbst in den teufelskreis geraten.
    lg matti

  2. Hallo,

    danke für Ihre Nachricht. Ich habe sie soeben an die Fachkräfte weiterleiten. In Kürze wid sich eine meiner Kollegin bei Ihnen melden.

    Es grüßt

    Yvonne Michel